Die Geschichte

Seit 1963 DRK in Bawinkel

Die ersten Schritte:

Im Winter 1962/63 führten Ausbilder des DRK-Kreisverbandes Lingen unter der Leitung des

damaligen Bereitschaftsarztes Dr. Roderich Thiele den ersten Erste-Hilfe-Lehrgang in der alten Bawinkeler

Schule durch. Gleich im Anschluß daran wurde im Frühjahr 1963 der erste Sanitätslehrgang im Bawinkeler Jugendheim abgehalten. Aus den Teilnehmern dieser Kurse bildete sich eine Ortsgruppe des DRK in Bawinkel. Bereits im Jahr 1963 nahm eine erste Wettkampfgruppe als Bergungstrupp bei den Sanitätswettkämpfen

auf Kreisverbandsebene in Lingen-Darme teil. Obwohl keiner von den Bawinkelern mit einer guten Wettkampfplazierung rechnete, wurde dennoch der "kalte Schlag in's Wasser" ein kleiner Erfolg:

Auf Anhieb erreichte die junge Bawinkeler Formation (Alter 16 - 20 Jahre) den 3. Platz.

Der damalige Kreisbereitschaftsführer Gustav Klapproth zeigte sich über dieses Ergebnis sehr zufrieden und

auch der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Lingen, Ringenberg, ließ am darauffolgenden Dienstabend seine Glückwünsche durch den Ausbilder Wolfgang Ploeger übermitteln.

Bedingt durch den Abbruch der alten Bawinkeler Schule fanden die Dienstabende im Vereinslokal Müter statt.

Herr Georg Müter in seiner Eigenschaft als Bürgermeister der Gemeinde Bawinkel wartete mit einer

Anerkennung für die gezeigten Erfolge auf. Bei dieser Gelegenheit wurde der erste Kameradschaftsabend

im Vereinslokal abgehalten und die entscheidenden ersten Schritte für eine dauerhafte Kameradschaft

getan, die sicher als Grundstock für eine langjährige Zugehörigkeit, Freundschaft und Verbundenheit

der Helfer im DRK Bawinkel angesehen werden kann.


Von einer Sanitäts- und Bergungsgruppe zum technisch-taktischen ABC-Zug

im Katastrophenschutz des Landkreises Emsland.


Im Jahre 1964 wurde in Bawinkel ein ABC-Dienst stationiert. Er bestand aus 12 Helfern.

Der ABC-Fachdienst wurde zunächst zusammen mit Mitgliedern aus der Ortsgruppe Lingen betrieben.

Aber der Rot-Kreuz Gedanke breitete sich in Bawinkel in kurzer Zeit aus. Neue Mitglieder kamen hinzu und

die ersten Freistellungen vom Grundwehrdienst wurden beim Regierungspräsidenten und dem

Kreiswehrersatzamt beantragt und bewilligt. Dadurch stieg die Anzahl der Helfer so an,

dass ein ABC-Zug entstand der ganz in die Verantwortung des DRK in Bawinkel überging.

 

1968 wurde das erste Fahrzeug, ein Vorausentgiftungsfahrzeug (VEF) des Typs Unimog Mercedes vom Regierungspräsidenten aus Beständen des LSHD nach Bawinkel beordert. Erste Unterkunft für das Fahrzeug

wurde ein angemieter Stellplatz bei der Freiwilligen Feuerwehr Bawinkel. Als nächstes Einsatzfahrzeug

folgte 1975 ein VW 181 (Kübelwagen). 1979 kam ein MAN als Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug (DMF)

hinzu. Bevor dieses Spezialfahrzeug aber übergeben werden konnte, mußten noch einige grundsätzliche Bedingungen erfüllt werden, die bei der Bezirksregierung in Osnabrück vom Zugführer

zu Protokoll gegeben werden mußten:

  • zwei Helfer umgehend als Kraftfahrer der Klasse 2 ausbilden zu lassen
  • zwei Helfer als Mascchinisten kurzfristig in Ahrweiler ausbilden zu lassen
  • eine Hochgarage zusätzlich anzumieten


Als Pioniere für die Beschaffung des DMF können Heinz Wilken, Georg Koormann und Georg Moß angesehen werden, die spontan bereit waren, diese Aufgaben zu übernehmen. Für die Unterbringung der Fahrzeuge

waren bereits zwei Garagen bei der Bäckerei Backsmann angemietet worden,

nachdem der Unterstellplatz bei der Freiwilligen Feuerwehr nicht mehr zur Verfügung stand.

Die Familie Backsmann war mit zwei aktiven Helfern im ABC-Zug vertreten. Somit konnte auch hier

eine Entscheidung in der Form herbeigeführt werden, dass eine Hochgarage mit den

vorgegebenen Maßen errichtet wurde.

Daraufhin wurden vom Landkreis Emsland am 6. Juli 1979 die Fahrzeugschlüssel des DMF in einer Feierstunde dem Zugführer Werner Wehlage übergeben.

Seitdem hat sich viel getan.


Bis vor einiger Zeit verfügte der Zug über zwei Kräder, einen VW 181 als Führungsfahrzeug,

einen VW-Bulli als Fahrzeug für die Technische Einsatzleitung (TEL), zwei weitere VW Bulli

als Einsatzfahrzeuge für die Spürtrupps, einen Fiat Ducato als ABC-Erkundungskraftwagen,

einenMercedes Typ 207 als Mannschaftstransportfahrzeug, ein DMF alter sowie ein DMF neuer Art und

einen Ford Cargo (7,5 t) als Transportfahrzeug.


Seit 1985 wurde eine Halle an der Haselünner Straße langfristig gepachtet,

so dass bis 2005 für die Unterkunft, für einen Ausbildungsort für die Helfer gesorgt war

und alle Einsatzfahrzeuge einen festen Stellplatz gefunden haben.

Für die Notfallstation, die dem ABC-Zug vom Landkreis Emsland angegliedert wurde, wurde durch den Landkreis eine Halle direkt bei der Unterkunft angemietet. Die technische Ausrüstung für den Betrieb

der Notfallstation war darin eingelagert. In den letzten Jahrzehnten konnte der ABC-Dienst in Bawinkel kontinuierlich ausgebaut werden. Heute ist eine Bereitschaft mit 85 Helferinnen und Helfern vor Ort.

 

Da es keine akzeptablen Schulen für den ABC-Dienst mehr gibt,

haben in den Jahren 2004 und 2010 Grundausbildungen der neuen Helfer auf Standortebene statt.

Diese wurden und werden in Zukunft durch die eigenen Kräfte umgesetzt.

 

2005 wurde der Neubau der Unterkunftshalle in Angriff genommen. Nach genau 365 Tagen war

der Umzug beendet.


Am 18. April 2008 wurde nun endlich der Schritt in die Selbständigkeit getan:

Der Ortsverein DRK ABC-Zug Bawinkel e.V. wurde aus der Taufe gehoben. 1. Vorsitzender wurde Werner Wehlage.