ABC-Erkundungsgruppe

Die Erkundungsgruppe ist in eigentlich 2 Erkundungstrupps gegliedert und erkundet atomare,

biologische und chemische Gefährdungen, spürt Gefahrstoffe auf und nimmt Proben.

Sie ist seit 2002 mit dem neuen ABC-Erkundungskraftwagen (Erkundungstrupp 1) mit den entsprechenden Messgeräten, Computertechnik und Funk ausgestattet. Mittel- bis Langfristig wird

die ABC-Erkundungsgruppe mit einem weiteren ABC-Erkundungskraftwagen ausgestattet.

Wird die Erkundungsgruppe nicht für Erkundungsaufträge benötigt, unterstützt sie die beiden Dekontaminationsgruppen, verfügt aber selbst über keine Dekontaminationsausstattung.

Der Gruppenführer ist verantwortlich für die Führung, Ausbildung und Einsatzbereitschaft der Gruppe und

führt gleichzeitig im Erkundungseinsatz den Erkundungstrupp 1. Er leitet im Auftrag des Zugführers

die Ausbildung des Zuges in der ABC-Erkundung.

Der Truppführer führt im Erkundungseinsatz den Erkundungstrupp 2 und ist gleichzeitig stellvertretender Gruppenführer und unterstützt den Gruppenführer in der Ausbildung.

 

ABC-Erkundung mit dem ABC-Erkundungskraftwagen

 

Ziel einer ABC-Erkundung ist es, dem Einsatzleiter oder Verantwortlichen schnellstens ein möglichst

umfassendes Lagebild im Bereich der ABC-Gefahren zu geben.

Auf Grundlage dieses Lagebildes entscheidet der Einsatzleiter über die Maßnahmen zum Schutz der

Bevölkerung und der Einsatzkräfte. Dazu wird ein mobiles, schnell und kontinuierlich arbeitendes System eigesetzt: der ABC-Erkundungskraftwagen (ABC-ErkKW).

Das Fahrzeug ist eingeschränkt geländegängig und verfügt über einen zuschaltbaren Allradantrieb.

Mit dem Differential-Global-Positioning-System (DGPS) kann über Satellit die Position des Fahrzeugs auf

ca. 5 m genau bestimmt werden. Über eine integrierte Lautsprechereinrichtung ist eine Information

der Bevölkerung möglich. Zur Erfassung der lokalen Wetterdaten verfügt das Fahrzeug über einen

einfachen meteorologischen Satz, mit dem Windgeschwindigkeit, Luftdruck und relative Luftfeuchte

bestimmt werden können.

 

Weiter gehören zur Grundausstattung:                  

  • Chemische Gasmesssysteme von Dräger
  • Selbstschutzausrüstung
  • Dokumentationsmaterial
  • GPS-Unterstützung

 

Die zentrale Komponente des ABC-ErkKW ist der im Mannschaftsraum hinter dem dem Fahrer-/Beifahrersitz verstaute Mess-container.Die Messtechnik verfügt über Nachweismöglichkeiten im A und C - Bereich.

Für den B - Bereich ist z.Z. nur eine Probenahme möglich.

Alle Geräte, ausgenommen der NBR (Natural-Background-Reduction)-Sonde, sind so konzipiert,

dass sie sowohl vom Fahrzeug aus als auch in einem abgesetzten Modus außerhalb

des Fahrzeuges eingesetzt werden können.

 

 

A-Erkundung

Im Messcontainer stehen mehrere Messgeräte zur Verfügung.

Für die Detektion wird die NBR-Sonde FHZ 672-2, ein Plastikszintillationszählrohr,

welches zwischen natürlicher und künstlicher Radioaktivität unterscheiden kann und

ein Dosisleistungsmessgerät FH 40 G mit Proportionalzählrohr eingesetzt.

Dabei ist die NBR-Sonde fest eingebaut, während das Dosisleistungsmessgerät FH 40 G entnommen und

so zur Messung außerhalb des Fahrzeuges genutzt werden kann.

Ferner sind als reine "Handgeräte" ein Kontaminationsnachweisgerät, ein Dosisleistungsmessgerät und

4 digitale Strahlendosimeter vorhanden. Die A-Erkundung erfolgt in den Einsatzformen "permanent"

und "abgesestzt". Permanent bedeutet, dass die Messung während der Fahrt bzw. stationär

vom Fahrzeug aus zu Überwachungszwecken kontinuierlich durchgeführt wird.

Abgesetzt werden die Messgeräte des ABC-ErkKW von Einsatzkräften z.B. in nicht befahrbarem

Gelände außerhalb des Fahrzeuges eingesetzt. Eine Kombination beider Einsatzformen ist möglich.

 

Als Einsatzarten werden unterschieden:

  • das Feststellen und Kennzeichnen der räumlichen Ausdehnung einer radioaktiven Kontamination
  • die Überwachung einer radioaktiven Kontamination
  • das Suchen von punktförmigen Strahlenquellen und; die Kontrolle von Umweltproben

 

B-Erkundung

Zum Erkennen bzw. direkten Nachweisen von biologischen Agenzien ist keine Ausrüstung vorhanden.

Um biologische Agenzien nachweisen zu können, muss eine Probe genommen werden,

die dann in einem Labor analysiert wird. Flüssige und feste B-Proben können mit dem Probenahmesatz genommen werden. Den Einsatz von biologischen Kampfstoffen kann man oft nur an ungewöhnlichen Indikatoren in der Umwelt erkennen. Solche Hinweise können sein:                

  • Tote Tiere (viele, beschränkt auf ein Gebiet)
  • Kein Insektenflug oder ungewöhnlich viel Insektenflug
  • Massenanfall von Verletzten mit den gleichen Symptomen
  • Ungewöhnliche Tropfen, Beläge oder Staub an Oberflächen
  • Tiefliegende Wolken oder Nebelbänke (besonders bei Sonneneinstrahlung)
  • Ungewöhnliche Luftverschmutzungen
  • Zurückgelassene Einsatzmittel
  • Organismen, die normalerweise nicht in dieser Region oder Jahreszeit vorkommen    


C-Erkundung

Der Messcontainer enthält zwei Messgeräte, einen Photoionisationsdetektor (PID)

und ein Ionenmobilitätsspektrometer (IMS) sowie ein Probenahmesatz für die C-Probenahme.

Die Geräte wurden so ausgewählt, dass sie sich beim Nachweis von toxischen Stoffen ergänzen.

Beide Geräte untersuchen die Luft kontinuierlich nach Verunreinigungen.

Die C-Erkundung erfolgt sowohl permanent als auch abgesetzt.

Mit der messtechnischen Ausstattung im Bereich der Chemie ist es möglich, Boden- und

Luftkontaminationen nachzuweisen und kontaminierte Bereiche zu überwachen.

Mit beiden Geräten können Luftkontaminationen festgestellt werden.

Hierbei wird mit einer maximalen Geschwindigkeit von 30 km/h vorgegangen.

Das PID eignet sich besonders zum Monitoring von Schadstoffwolken und der Suche nach Leckagen,

mit dem IMS können auch sehr geringe Konzentrationen von C-Kampfstoffen in der Umgebungsluft detektiert werden. Der Nachweis einer Bodenkontamination aus dem fahrenden Fahrzeug ist je nach den

Eigenschaften des freigesetzten Stoffes schwierig. Deshalb wird in diesen Fällen in der Regel

mit Spürtrupps abgesetzt vom Fahrzeug vorgegangen.

 

Nachgewiesen werden können mit dem IMS: 

  • VX
  • Soman
  • Sarin
  • Tabun
  • Schwefel-Lost (S-Lost)
  • Stickstoff-Lost (N-Lost)
  • Lewisit
  • Ammoniak
  • Chlor
  • Schwefeldioxyd
  • Blausäure
  • Chlorierte Kohlenwasserstoffe
  • Toluoldiisocyanat
  • Essigsäüre

 

Mit dem PID ist man in der Lage, eine große Anzahl von Stoffen zu detektieren.

Das Gerät ist besonders geeignet für den Nachweis von unpolaren Kohlenwasserstoffen

ab 4 Kohlenstoffatomen, insbesondere Aromaten und verzweigten Verbindungen.

Mit dem Probenahmesatz können gasförmige, wässerige und feste Proben genommen werden.